No Worries Logo RGB kl

Das Projekt

‚No Worries?‘ ist ein partizipatives Projekt, das zum Ziel hat, die psychische Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu fördern, indem offen und ehrlich über psychische Gesundheit ausgetauscht wird.

Das Projekt versteht sich als Beitrag zur Primärprävention. Es will Gruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen niederschwellig ansprechen und im Rahmen von interaktiven und partizipativen Workshops ein Verständnis vermitteln, was unserer psychischen Gesundheit hilft und wie wir dieser bei uns selber und bei anderen Sorge tragen können.
Nach einem halbtägigen Grundmodul können optional Vertiefungsmodule zu verschiedenen spannenden Themen im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit gebucht werden.
Im Anschluss an die Workshops kann das erworbene Wissen im Rahmen einer Multiplikation an andere Jugendliche oder junge Erwachsene weitergegeben werden.

Zudem werden Module für Angehörige und Fachpersonen angeboten.

Hintergrund

Selbst beim expliziten Begriff „psychische Gesundheit“ denken die meisten Menschen sofort an psychische Krankheiten bzw. das Fehlen der psychischen Gesundheit. Um präventiv einen Beitrag zur Stärkung der psychischen Gesundheit zu leisten, ist es deshalb wichtig, den Begriff zu erklären – und gleichzeitig zu enttabuisieren.

Die Pubertät bzw. Adoleszenz ist ein Lebensabschnitt, in dem besonders viel passiert und sich verändert – körperlich und in der Lebensrealität der Jugendlichen. Daher sind Jugendliche und junge Erwachsene besonders anfällig für psychische Beeinträchtigungen. Wenn Unterstützung zu spät geleistet wird, besteht in diesem Alter ein besonders grosses Risiko, dass sich Symptome chronifizieren – Unterstützung kommt systematisch zu spät, nämlich erst dann, wenn junge Menschen bereits psychisch krank sind.
In den letzten Jahren hat sich mit grosser Deutlichkeit für eine breite Öffentlichkeit gezeigt, worauf Fachpersonen schon vorher hingewiesen haben: für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene besteht eine dramatische Unterversorgung – es fehlen die Ressourcen und Mittel, um Betroffene rechtzeitig zu unterstützen.

Jugendliche und junge Betroffene sowie ihre Angehörigen in dieser Phase bei psychischen Belastungen zu unterstützen und ihre psychische Gesundheit zu stärken, ist das Anliegen von ‚No Worries?‘.

Für wen ist das Projekt?

NCBI setzt mit diesem Projekt den Fokus auf Gruppen von jungen Menschen sowie auf ihr Umfeld. Als Projekt der Primärprävention richtet es sich an alle jungen Menschen und will ihnen Ideen und Strategien in die Hand geben, wie sie sich und ihrer psychischen Gesundheit Sorge tragen können.

Für Jugendliche und junge Erwachsene bietet NCBI den Workshop ‚No Worries? – Psychische Gesundheit – wir reden darüber‘ an.
Teilnehmende lernen mehr über psychische Gesundheit und machen sich Gedanken zu Strategien, wie sie diese stärken können. Ausserdem werden sie über Hilfsangebote informiert.

Die Workshopgruppen können aus Schulklassen, aus Jugendgruppen aus dem Freizeitbereich, aus SEMOs, aus Berufsschulen oder auch Zentren für Geflüchtete kommen. Gearbeitet wird immer sehr partizipativ.
Es wird ein halbtägiges Grundmodul angeboten. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, ein Zusatzmodul dazu zu buchen. Es werden Zusatzmodule zu diesen Themen angeboten:

  • Ich kann das! Meine Stärken entdecken
  • Zwischen Nähe und Freiheit: Freundschaften, die gut tun
  • Mein Leben in der Schweiz
  • Kompetent konsumieren

Für Eltern und Angehörige werden Veranstaltungen angeboten, welche die Teilnehmenden für die Erkennung von psychischen Belastungen bei Jugendlichen sensibilisieren. Diese Module können in Zusammenhang mit einem Lokalprojekt für Jugendliche, jedoch auch unabhängig davon organisiert werden.

Für Fachpersonen, die mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten, werden Weiterbildungen angeboten. Diese unterstützen und befähigen dazu, psychische Belastungen bei junge Menschen frühzeitig zu erkennen und sie in herausfordernden Situationen zu begleiten und zu unterstützen.

Trägerschaft

Das Projekt ‚No Worries?‘ ist ein Projekt von NCBI Schweiz.
NCBI Schweiz ist ein konfessionell und parteipolitisch neutraler Verein, der sich seit 30 Jahren für den Abbau von Vorurteilen, von Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art, für die Inklusion von Geflüchteten sowie für Gewaltprävention und konstruktive Konfliktlösung einsetzt.

NCBI Schweiz hat dieses Projekt in Partnerschaft mit anderen Organisationen lanciert.

Partnerorganisationen

Logo Pfadi
Jugendarbeit RGB
Logo DOJ

Finanzielle Unterstützung

Logo Ebnet Stiftung
Logo stiftung schwyn

Finanzhilfen Bundesamt für Gesundheit

Angebote

Workshops für Jugendliche und junge Erwachsene

Der Workshop richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 13 bis 25 Jahren.

Sie lernen im Projekt mehr über psychische Gesundheit und machen sich Gedanken, wie sie diese bei sich selber und bei anderen stärken können. Ebenfalls erfahren sie von Hilfsangeboten bei psychischer Belastung. Sie erarbeiten einen „Werkzeugkasten“ mit Strategien und Angeboten, welche ihnen in herausfordernden Situationen helfen und Unterstützung bieten können.

Der Workshop besteht aus einem Grundmodul (4x 45 Minuten), das mit allen Gruppen durchgeführt wird. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eines oder mehrere von aktuell vier Vertiefungsmodulen (ebenfalls à 4x 45 Minuten) zu buchen.

Im Grundmodul werden vor allem folgende zwei Fragen auf offene, authentische Art bearbeitet:
Was ist psychische Gesundheit? Was kann die psychische Gesundheit stärken oder schwächen? 
Was tut mir gut, wenn es mir gut geht? – Denn dies wird mir auch guttun, wenn es mir schlecht geht.

Dann kann aus den folgenden vier Vertiefungsmodulen gewählt werden:

1) Ich kann das! Meine Stärken entdecken
Im Modul zu Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit setzen sich die Teilnehmenden mit ihren eigenen Stärken und Fähigkeiten auseinander. Sie erkunden, in welchen Lebensbereichen sie aktiv Einfluss nehmen können und erleben, wie sie Herausforderungen selbstbewusst begegnen können. Ziel ist es, das Vertrauen in die eigene Wirksamkeit und Persönlichkeit zu stärken.

2) Zwischen Nähe und Freiheit: Freundschaften, die gut tun
Dieses Modul beschäftigt sich mit den vielfältigen Aspekten zwischenmenschlicher Beziehungen. Es lädt dazu ein, eigene Freundschaften zu reflektieren und herauszufinden, welche Verbindungen Kraft geben und welche sich belastend auf die psychische Gesundheit auswirken. Dabei wird auch thematisiert, wie man in sozialen Situationen die Balance zwischen Anpassung und Authentizität finden kann. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit Einsamkeit sowie dem Einfluss von Gruppendruck. Ebenso wird der Unterschied zwischen offline und online gepflegten Freundschaften beleuchtet und kritisch hinterfragt.

3) Kompetent konsumieren
Im diesem Modul setzen sich die Teilnehmenden mit ihrem persönlichen Konsum auseinander – was sie konsumieren, wann und in welchem Ausmass. Sie erfahren, welche Prozesse im Gehirn beim Konsum ablaufen und welche psychologischen Mechanismen dabei eine Rolle spielen. Dabei können unterschiedliche Konsumformen wie Gaming, Shopping, Social Media, Alkohol, Tabak oder Drogen thematisiert werden, je nach Interesse der Gruppe. Im Zentrum steht der reflektierte und selbstverantwortliche Umgang mit Konsum und dessen Auswirkungen auf das eigene Leben. Ziel des Moduls ist es, sogenannte „Konsumkompetenzen“ zu fördern – als Grundlage für einen bewussten und nachhaltigen Lebensstil.

4) Mein Leben in der Schweiz
Jugendliche und junge Erwachsene mit Fluchthintergrund – insbesondere unbegleitete Minderjährige – setzen sich mit ihren Erwartungen an das Leben in der Schweiz auseinander. Sie reflektieren, wie sie mit der Realität umgehen können, wenn diese nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Dabei werden Wege aufgezeigt, wie sie trotz schwieriger Rahmenbedingungen, etwa in Asylunterkünften, mehr Selbstbestimmung erlangen können. Zudem lernen die Teilnehmenden, wo und wie sie Unterstützung erhalten können. Dieses Modul kann auch unabhängig vom Grundmodul organisiert werden.

Multiplikation

Im Anschluss an den Workshop können sich die Teilnehmenden weiter in die ihnen wichtig gewordenen Themen vertiefen. Sie tragen dann das gelernte und erarbeitete Wissen weiter. So erhalten sie die Gelegenheit, eigene Produkte und Präsentationen zum Thema zu erarbeiten, um ihr Wissen mit ihrem Umfeld zu teilen.

Zeitlicher Aufwand

Die Workshops (Grundmodul als auch die Zusatzmodule) dauern jeweils 4 Lektionen. Das Grundmodul und allfällige Zusatzmodule müssen nicht am gleichen Tag stattfinden. Für die Durchführung der Multiplikations-Aktivitäten wird ein Zeitrahmen vonmindestens 10 Lektionen vorgeschlagen. Bei der Erarbeitung der Multiplikationsinhalte sind die lokalen Projektverantwortlichen federführend. Begleitung und Coaching durch NCBI Schweiz ist möglich.

Kosten

Subventionierte Kosten für Workshops mit Jugendlichen ab Sommer 2025:

  • Module mit einer Dauer bis 4 Lektionen (ca. 3.5h): CHF 500.-
  • Mehrere Module mit einer Gesamtdauer von mehr als 4 Lektionen (ca. 3.5h): CHF 800.-

Weiterbildungen für Fachpersonen

NCBI Schweiz hat auf Basis der No Worries? Workshops ein Weiterbildungsangebot für Fachpersonen erarbeitet, die mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten. Ein Fokus liegt dabei auf dem frühzeitigen Erkennen von Warnsignalen und deren Einordnung, damit die Fachpersonen schnell und adäquat reagieren können, wenn Jugendliche Anzeichen für psychische Belastungen zeigen. Weiter werden gemeinsam Ideen entwickelt und diskutiert, wie die Ressourcen und die psychische Gesundheit von Jugendlichen gestärkt werden können.

Das Weiterbildungsmodul kann an einen Zeitrahmen von 3-6h angepasst und für ein Team oder eine Gruppe von Fachpersonen (z.B. Jugendarbeitende, Sozialpädagog:innen, Schulsozialarbeitende) gebucht werden. Eine Offerte lassen wir Ihnen auf Anfrage gerne zukommen. Bei Interesse, Fragen oder weiteren Bedürfnissen können Sie jederzeit gerne Kontakt mit uns aufnehmen.

Workshops für Eltern und Bezugspersonen

Im Rahmen von Lokalprojekten mit Gruppen von Jugendlichen können Elternveranstaltungen zum Thema «Psychische Gesundheit» angeboten werden. Diese Veranstaltung richtet sich an alle interessierten Eltern und Erziehungsberechtigten. Sie lernen mehr über die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und deren Einfluss auf die psychische Gesundheit; erfahren, wie psychische Belastungen möglichst früh erkannt werden können und erhalten Tipps für den täglichen Umgang miteinander zu Hause. Das Programm ist für ca. 2 Stunden ausgelegt. Eine Offerte lassen wir Ihnen auf Anfrage gerne zukommen. Bei Interesse, Fragen oder weiteren Bedürfnissen können Sie jederzeit gerne Kontakt mit uns aufnehmen.

Hilfe und UNterstützung

Wenn die psychische Gesundheit herausgefordert ist, ist es wichtig zu wissen, wo man Hilfe erhalten kann. Hier gibt es eine Zusammenstellung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten, die gesamtschweizerisch tätig sind:

Kostenlose Beratung zu psychosozialen und juristischen Fragen für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung, deren Angehörige und Nahestehende sowie weitere Bezugspersonen.

Kantonales und gesamtschweizerisches Verzeichnis professioneller Beratungsstellen und Fachpersonen.

Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche. Der Beratungsdienst ist per Telefon (Nummer 147, täglich 24 Stunden), SMS und Chat erreichbar. Informationen zu vielen verschiedenen Themen gibt es auf der Webseite.

Beratungsangebot für Menschen ab 18 Jahren. Alle Anliegen haben Platz. Erreichbar ist der Beratungsdienst telefonisch (Nummer 143, täglich 24 Stunden), per Chat oder Mail.

Chats sind für trans, nicht-binäre und questioning Jugendliche und junge Menschen aus der Schweiz zwischen 13 und 30 Jahren.

Beratungsangebot zu Themen der sexuellen und romantischen Orientierung.

Nebst Beratungsstellen gibt es verschiedene Organisationen, um sich zu verschiedenen Themen zu vernetzen, Gleichbetroffene zu finden und aktiv zu werden:

Verein von ehemaligen Heim- und Pflegekindern aus verschiedenen Regionen in der ganzen Schweiz. Sie setzen sich für die Anliegen von (ehemaligen) Heim- und Pflegekinder ein, indem sie ihre Erfahrungen teilen.

Der Verein Madnesst ist ein Kollektiv von Aktivist:innen, die sich für das Thema „psychische Gesundheit“ einsetzen. Alle Aktivmitglieder und Allies kennen psychische Krisenerfahrungen, sind also Betroffene.

Die Jugendorganisation für lesbische, schwule, bi, trans, inter und asexuelle Jugendliche und für alle dazwischen uns ausserhalb. Für Jugendliche, die die Welt verändern wollen und die sich Welten gestalten wollen, welche so gar nicht normal sind – falschsexuelle Welten eben. Welten, in denen wir uns frei fühlen und in denen wir uns ausprobieren können.

Young Carers sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahre. Sie betreuen jemanden, dem es nicht gut geht. Sie übernehmen dabei oft viel Verantwortung.

«ZETA Movement» ist ein Projekt von jungen Erwachsenen für Jugendliche und junge Erwachsene, das darauf abzielt, den Kreislauf der Stigmatisierung und des Schweigens im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen in der Schweiz zu durchbrechen. Der Verein tut dies mit Aufklärungsarbeiten zum Thema psychische Gesundheit bei Jugendlichen und dem Erzählen eigener Lebensgeschichten bekämpfen.

Kontakt

Projektleitung: Anina Schmid

E-Mail: noworries@ncbi.ch

NCBI Schweiz
Schwanengasse 9
3011 Bern

Tel: 031 311 55 09

Oder senden Sie uns Ihr Anliegen mit untenstehendem Kontaktformular.